Solidarität hat viele Gesichter

- Peru,Lima-Schulspeisung der Kinder
Schon die Römer kannten das Wort: "Kinder sind Kinder", und das weltweit. Sie tollen miteinander, sie raufen und spielen miteinander, sie teilen miteinander. Ob schwarz, weiß, gelb oder tiefgebräunt - Kinder, die noch gewohnt sind, sich zu entfalten, finden rasch zueinander. Sie machen deutlich, was uns oft durch eine einseitige "Hilfe"-Mentalität verstellt ist: Solidarität und Nächstenliebe sind keine Einbahnstraße. Sie leben davon, dass sich jeder bewußt ist und bewußt bleibt: Ich habe etwas zu geben - aber ich habe auch etwas zu erhalten. Kindern finden immer etwas, was sie einander geben, und zugleich immer auch etwas, was sie gegeneinander tauschen. Und das nicht im einfach nach der Logik des Finanzsystems, sondern vielmehr nach der Logik ihres Herzens.
So gesehen ist dann auch das Netz der Solidarität mehr als nur ein Geldtransfer. Es ist ein gutes Wort, eine Stütze in schwerer Zeit, aber auch das Empfinden, selbst gestützt zu werden, wenn es Not tut. Dies gilt, so wissen wir, auch im kleinsten zwischenmenschlichen Bereich. Aber es endet dort nicht. Es gilt überall da, wo wir über alle Grenzen hinweg einander stützen und orientieren. Denn dann lernen wir auch, dass die menschlichen Bande das Kostbarste sind, was wir haben, und das über alle Grenzen hinweg. Sie zu fördern ist Ziel des Solidarnetzes, aber das nicht mit leeren Händen, sondern in einem gemeinsamen Prozess, der beide Seiten bereichert.
Ist das über große Entfernungen hin überhaupt möglich? Die Antwort geben uns oft die Kinder. Denn in ihrer kindlichen Neugier diskutieren sie nicht, sondern probieren es einfach. Und laden uns zugleich ein, es ihnen ähnlich zu tun.









