Äthiopien: Nahrungsmittelhilfe und ländliche Entwicklung
Nahrungsmittelhilfe und ländliche Entwicklung für das Woreda (Distrikt) Soddo Zuriya
der Wolaita-Zone im South Nation and National People Regional State (SNNPRS) von Äthiopien

Hintergrund: Die Dürre und Hungerkrise in Ostafrika
Die
bekannte und von vielen Fernsehbildern und Zeitungsfotos uns
nahegebrachte Hungersnot am Horn von Afrika hat nach Somalia am
schlimmsten Äthiopien mit geschätzten 4,5 Mio. Hungernden in den „hot
spots“ der Hungergeographie des Landes getroffen. Dies sind die
statistisch erfassten Bevölkerungsgruppen, die ohne Hilfe von außen
durch die Hungersnot an Leib und Leben gefährdet sind. Die
diesbezügliche Dunkelziffer vor allem bei einer in den kommenden Wochen
zu erwartenden weiteren Verschärfung ist noch wesentlich größer.
Warum die Hilfe für das Woreda Soddo Zuriya?
Dieser
Distrikt ist auf der nationalen Skala der Hungerdistrikte inzwischen
schon auf der Stufe 2 eingestuft, während die Situation sich rasch
weiter verschlechtert. Es ist ein chronisch von Dürre heimgesuchtes
Gebiet, wobei die Bevölkerung bisher den Folgen schutzlos ausgesetzt
ist. Auch hier hat diese Jahrhundert-Dürre zu einem starken
Produktionseinbruch beim Grundnahrungsmittel Süßkartoffel und zu einem
großen Einbruch bei der Zahl der Viehherden mit gleichzeitiger extremer
Verarmung der nomadisierenden Viehzüchter geführt.
Im Gegensatz
zu anderen Bereichen der Wolaita-Zone gibt es bisher keine ausländische
Hilfe für das mit seinen 31 Dörfern (Kebeles) eine Bevölkerung von
76.780 Menschen umfassende Woreda Soddo Zuriya, 385 km von Addis Ababa
entfernt.
Aus diesem Grund hat auf Vermittlung des Katholischen
Sekretariates der Bischofskonferenz das Büro der katholischen Kirche in
Soddo für die Koordination der Sozial- und Entwicklungsmaßnahmen vor Ort
bei vision:teilen e.V. um den Einsatz im Woreda Soddo Zuriya angefragt.
Die vorgesehenen Maßnahmen:
Sie umfassen drei Maßnahmenbündel, die sowohl kurz- als auch mittelfristige Ziele anvisieren:
(1) Erfassung der am meisten durch die Hungersnot gefährdeten
Kleinkinder, werdende und stillende Mütter und Gewährung von
Nahrungsmittelhilfe (Korn und Aufbaunahrung) (unmittelbare Nothilfe)
Diese
Erhebung erfolgt im Auftrag der Behörden durch die Gesundheitszentren
im Gebiet an Hand der genannten MUAC-Messungen (Messung der Entwicklung
des oberen Ellbogenumfanges; als Maß der Unterernährung gilt bei Kindern
ein Wert von weniger als 11,90 cm und bei Frauen ein Maß unterhalb von
21 cm).
Die so identifizierten unterernährten Personen werden in ein
spezielles Ernährungsprogramm der Gesundheitszentren aufgenommen und
erhalten Nahrungsmittelhilfe als Teil des hier vorliegenden Projektes.
Nach den bisherigen Stichproben ist insgesamt eine Gesamtzahl von 2.218
fehl- und unterernährte Kinder sowie von 1.581 werdenden und stillenden
Müttern für dieses Nahrungsmittelprogramm vorgesehen. Für diese
persönlich identifizierten Kinder sollen108,6 MT (metrische Tonnen)
Zusatznahrung bis Ende des Jahres erhalten, dazu 104,8 MT Korn und
Speiseöl für werdende und stillende Mütter.
(2) Saatguthilfe
für 3.830 arme Bauern, um ihnen einen erneuten Anbau im nächsten Zyklus
der landwirtschaftlichen Produktion möglich zu machen und sie so auf
dem Land zu halten (kurz und mittelfristige Zielperspektive)
Mit
dieser Maßnahme soll der Abwanderung in die Slums der Städte vorgebeugt
und sichergestellt werden, dass die landwirtschaftliche Produktion auch
nach dieser Dürre vor Ort mangels anderer Alternativen weitergeht. Es
wird Saatgut an die Bauern gegeben, das in vermehrtem Maß dürreresistent
ist und darum eine bessere Bewältigung von Dürreperioden verspricht.
Vorgesehen ist die Verteilung von 210 Zentnern Saatgut (Weizen, Teff –
landesübliches Korn – und Bohnen sollen an 1.330 arme Bauern gegeben
werden, dazu 5,000,000 Einheiten von Süßkartoffel-„Schnitten“ (Saatgut)
an 2.500 arme Süßkartoffelpflanzer..
(3) Einkommensbeschaffung durch Maßnahmen der Infrastrukturverbesserung zugunsten der Landwirtschaft
(mittelfristige Zielperspektive).
Unter
dem Titel „cash for work“ zugunsten der Armutsbevölkerung sollen
Maßnahmen der Verbesserung der derzeitigen Situation in der
Landwirtschaft durchgeführt werden, die zugleich zu verbessertem
Einkommen und damit zu einem besseren Lebenshaltungsniveau dieser
bedürftigen Bevölkerungsgruppe führt. Hierbei geht es um Maßnahmen der
Boden- und Wasserkonservierung (12000 Mikro-Teiche; 12.000 Wassergräben,
2.151 m3 Erddamm und die Pflanzung von 24.000 Sämlingen). Hinzu kommen
Maßnahmen des Unterhaltes von 11,65 km Straße. 800 Haushalte profitieren
von den Einkommen aufgrund dieser Arbeiten und 1.000 Haushalte, die –
etwa durch Alter oder Gesundheit oder Geschlecht - dazu nicht in der
Lage und zugleich äußerst bedürftig sind, erhalten eine freie
Unterstützung.
Wir bitten um großherzige Unterstützung des
Projektes. vision:teilen wird dieses Projekt mit anderen kirchlichen
Hilfswerken durchführen. Anteil vision:teilen: 70.000 Euro
Der gesamte Antrag mit vielen Details kann bei vision:teilen angefragt werden!
Erbetene Hilfe: 20.000 €
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