Bruder-Firminus-Klause
Sie kommen vereinzelt. Manche auch zu zweit oder dritt. Aber selten reden sie, wenn sich gegen 10.30h die Schlange derer bildet, die auf die Essensausgabe in der Bruder Firminus-Klause auf dem Gelände des Franziskanerklosters Düsseldorf warten. Man sieht es ihnen an: Manche haben schon bessere Zeiten gesehen, viele schämen sich, hier stehen zu müssen, und dennoch: Sie haben, so scheint es, keine andere Wahl. 180 sind es oft, gerade am Monatsende, die am späten Vormittag kommen, um unentgeltlich ein warmes Essen zu bekommen, an sechs Tagen in der Woche, den Sonntag einschließlich.
Andere wiederum benötigen saubere Kleidung, eine Dusche, Toilette und von Zeit zu Zeit einen Besuch im medizinischen Bus, der einmal in der Woche aufs Gelände kommt, um all die medizinisch zu versorgen, die sich den Arztbesuch nicht leisten können - und sei es, weil sie nicht die Praxisgebühr haben. Denen, die die 5 EUR fehlen, um verordnete Medikamente in der Apotheke holen zu können, hilft die Klause aus. Beim Vertrauensapotheker in der Immermannstraße kann man die Medikamente holen. Wer eine Bescheinigung des Klausen-"Chefs" Bruder Klaus-Dieter mitbringt, braucht die Apothekergebühr nicht zu bezahlen. Sie wird angeschrieben und mit der "Klause" Ende des Monats verrechnet.
Für viele ist dieser Ort zu einem Stück Heimat geworden, wohin es sie immer wieder zurückzieht: sei es als Ehrenamtlicher, der in der Essensausgabe mitmacht, sei es als ehemaliger Betroffener, der sich hier zuhause fühlt und tagsüber mithilft, oder sei es als Mitbrüder in der Not, der regelmäßig hierher kommt, um etwas zu essen zu bekommen.
Frau Monika Becker hat vision:teilen 2 wunderbare Gedichte geschenkt, die die Situation unserer Gäste wiedergeben:
Sascha
Du wirst geliebt
Für uns als Franziskaner ist diese Gastfreundschaft Teil unseres Lebensverständnisses, wie es auf uns seit den Zeiten des hl. Franz von Assisi überkommen ist. Wir heißen jeden willkommen, und gerade diejenigen, die recht deutlich in Armut und Not sind.
Wir können es nur, wenn viele uns helfen. Denn die "Klause" lebt von Spenden. Sie ist darauf angewiesen zum Überleben: für Wasser, Strom, Heizung, Reinigung und die Ausgaben für einen angestellten Koch für die tägliche Speisebereitung, dem bei der Ausgabe im Wechsel bis zu 40 Ehrenamtliche zur Seite stehen, für Zukäufe an Lebensmittel jeder Art, wenn die über die Düsseldorfer Tafel und andere gespendeten Lebensmittel nicht reichen, für Kleiderkammer, Hygiene und alles, was sonst noch an Kosten anfällt ... Diese Kosten sind nicht gering, bis zu 120.000 EUR pro Jahr, 10.000 EUR pro Monat, über 2 ½ Tausend EUR pro Woche. Dies ist viel, aber es ist zu schaffen, wenn viele mithelfen.
Bisher haben wir es geschafft. Bitte helfen sie, dass es so weitergeht. Denn die Not bleibt groß.











