Rückblick 2011

2011 – ein besonderes Jahr für vision:teilen

Dankbar blicken wir auf ein besonderes, recht erfolgreiches Jahr 2011 zurück. Es begann mit einem „Kraftakt“ : Im Januar wurde unsere Zweigstelle in Molo, Kenia, mit einem Rechtsakt vor dem kenianischen Staat gegründet, bald danach kam der freundschaftliche Kontakt in Reading (Großbritannien; Besuch der Partnerschaftsvereinigung Reading-Düsseldorf) zustande; auf der Mitgliederversammlung am 17. Februar nahmen wir formell die neuen Bereiche und Mitglieder „Chance!Wuppertal“ (Hausaufgabenhilfe für 100 und mehr Schülerinnen und Schüler aus notleidenden Familien in Wuppertal) sowie „Helping Hands“ (Missionsgruppe in Hermeskeil / Projektförderung in Uganda) und TajikAid (Gesundheitsprogramm für Kinder mit Spaltenbildung in Tadschikistan) auf. Damit erweiterte sich der Einsatzbereich von vision:teilen enorm – ebenso wuchs die Herausforderung, zusammenzuwachsen.

Die ungewöhnlich schwere Hungersnot in Ostafrika, die auch unsere Partner in Äthiopien, Kenia und Uganda betraf, führte uns gleich zweimal ins Stadion von Fortuna Düsseldorf, die uns ebenso wie fiftyfifty bei dem Aufruf um Hilfe wirksam unterstützte. Allein auf diese Weise kamen mehr als 50.000 EUR zusätzlich zusammen, die in Projekten der Nothilfe, aber auch in der Infrastrukturverbesserung vor allem in Äthiopien investiert worden sind.

Bei allem Einsatz legten wir Wert darauf, dass auch der „spirituelle Impuls“ nicht fehlte. Im weiteren Kontext kultureller Veranstaltungen – besonders durch Benefizkonzerte – beeindruckte der Blick auf das „franziskanische Erbe“ und damit auf die uns tragenden Wurzeln in den Workshops zum franziskanischen Menschenbild mit P. Johannes B. Freyer und in seinem großen Referat im Maxhaus am 22. Juli 2011 zu Umweltfragen aus der Sicht der franziskanischen Theologie.
Hinzu kamen Besucher aus Afrika und Lateinamerika, die uns die Wirklichkeit vor Ort plastisch nahe brachten und unsere Bereitschaft, gemeinsam nach Lösungen zu suchen und uns dafür einzusetzen, deutlich anspornten.

Der Herbst brachte erfreuliche Nachrichten: Gleich dreimal wurden Einsatzbereiche und Projekte von vision:teilen preisgekrönt. TajikAid erhielt in Kempen, dem Sitz des „Motors“ der Einrichtung, Dr. Martin Kamp, die Auszeichnung des dortigen Lions Club; „Chance!Wuppertal“ wurde in der Person des Gründers Pater Joachim Stobbe vom Oberbürgermeister mit dem „Wuppertaler“ des Jahres 2011 ausgezeichnet, und die Leprachirurgie unseres Mitgliedes Dr. Remy Rousselot in Bhubaneswar, Orissa, Indien erhielt den DKM-Preis 2011.

Anfang Dezember schließlich erblickte unser mit der Straßenzeitung fiftyfifty gemeinsam entwickelter, finanzierter und in enger gegenseitiger Abstimmung betriebener „gutenachtbus“ das Licht der Welt. Seither ist dieser Nachtbus – „mobile Hilfe für obdachlose Menschen“ in Düsseldorf – in der Zeit von 22.00h bis 1:00h morgens unterwegs, um den Mitbürgerinnen und Mitbürgern ohne Obdach auf der Straße Kaffee, Tee, Suppe, Brötchen und vor allem unsere Hilfe anzubieten, wenn sie in Not sind. Das offene Ohr für die Anliegen im Gespräch im beheizten Bus gehört ganz entscheidend dazu, um unseren Mitbürgerinnen und Mitbürgern die Selbstachtung und Würde wiederzugeben, die sie als oft gebranntmarkte „Außenseiter“ nur allzu schnell verlieren oder abgesprochen bekommen. Der Bus wird auf Dauer eingesetzt. Es werden Ehrenamtliche gesucht, um die Zahl der wöchentlichen Einsätze von derzeit zwei und in Kürze drei weiter zu steigern. Bisher ist er dienstags nachts am Hauptbahnhof (Ecker Karlstraße/Friedrich-Ebert-Straße) und Donnerstags nachts auf dem Kai-und-Lore-Lorentz-Platz beim Kom(m)ödchen in der genannten Zeit anzutreffen.

Eine besondere Erwähnung verdient unser „kleiner Zwerg“, die Spendendose zugunsten von Armen und Obdachlosen. Sie steht in Geschäften und Einrichtungen nahezu im ganzen Stadtgebiet. Mit Kleinstbeträgen zugunsten der Hilfe für unsere armen und obdachlosen Mitbürgerinnen und Mitbürger kam im letzten Jahr (4.12.10 – 30.11.11) insgesamt 14.139,91 EUR zusammen, dazu noch weitere 1.175,69 EUR für die zwischenzeitliche Ostafrikasammlung zugunsten der Hungernden in diesen Dosen. Das sind zusammen 15.309,60 EUR – eine wirklich stolze Summe. Aber das Wichtigste: ein großes Netz von Ehrenamtlichen hat dies möglich gemacht: Frauen und Männer, die sich das Anliegen der Hilfe für Arme und Obdachlose zu eigen gemacht haben und regelmäßig Geschäfte ansprechen, besuchen, die Aktion begleiten und volle Dosen auswechseln und zur Auswertung und Kontrolle in die Geschäftsstelle von vision:teilen bringen. Eine wirklich aufopfernde Arbeit in der Stille! Allen, die dabei geholfen haben und weiterhin helfen, von Herzen ein großes DANKE! Dieser Dank gilt besonders Frau Lamberti, die diese Aktion koordiniert hat und zu den eifrigsten Dosenbegleitern gehörte. Leider hat ihre Krankheit es erforderlich gemacht, den aktiven Ehrenamtsdienst einzustellen. Aber mit ihrem Rat und ihrer Erfahrung steht sie uns weiter zur Seite.

Dies sind nur einige Blitzlichter im Rückblick. Wir sind dankbar, dieses Jahr in vielerlei Hinsicht gewachsen zu sein. Es war nur durch viele verborgene Hilfe und Unterstützung möglich. Bei aller Freude darüber überwiegt die Dankbarkeit für so viel Hilfe, Ideen und Engagement mit einem wirklich kleinen Sekretariat, das nur unter großer Mühe der Vielzahl der Aufgaben gerecht werden konnte. Seine Verstärkung im kommenden Jahr ist unverzichtbar, um den stark gewachsenen Herausforderungen an vision:teilen gerecht werden zu können.

(30.12.11, Br. Peter Amendt)

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