Aktuelle Kurznachrichten aus Afrika
Das Netzwerk Afrika Deutschland (NAD) gibt wöchentlichen wichtige Nachrichten heraus. Alle Meldungen, auch ältere, finden Sie auf der Homepage des Netzwerkes www.netzwerkafrika.de

klicken Sie zum Info - Mali und die Tuareg
Somalia: Das „bessere Somalia“
Während die Kämpfe in Landesinnern weitergehen und die Piraten jetzt auch an Land bekämpft werden dürfen – die ersten Hubschrauber zerstörten vor einigen Tagen Waffenlager entlang der Küste – ist es in Somaliland weitgehend friedlich. Diese Provinz im Norden hat sich vor zwei Jahrzehnten, als der Krieg in Somalia eskalierte, unabhängig erklärt, wird aber international nicht anerkannt. Die Wahlen vor zwei Jahren wurden als demokratisch gewertet. Somaliland setzt auf Entwicklung durch gute Bildung. Das semi-autonome Puntland strebt ähnliche Ziele an. 18.05.2012
Sudan: Friedensarbeit muss weitergehen
Südafrikas Thabo Mkeki wird in Khartum erwartet, um die Verhandlungen zwischen dem Sudan und Südsudan wieder in Gang zu bringen. Sie waren durch wochenlange Kämpfe unterbrochen worden. Die Bischöfe der katholischen und anglikanischen Kirche im Südsudan haben in einer gemeinsamen Erklärung gefordert, dass die internationale Gemeinschaft eine „ausgewogenere Haltung“ zu dem Konflikt zwischen den beiden Staaten annimmt, die Lage gründlich studiert und den nötigen Druck ausübt, um den Frieden zu erreichen. Dass die Menschen im Südsudan das Vertrauen in die Völkergemeinschaft verlieren, sei „besorgniserregend“. 18.05.2012
Nigeria: Massenhochzeit für Geschiedene
Im Palast des Emirs von Kano wurden 100 Paare getraut. Das Ziel der Regierung ist, die Scheidungsrate zu reduzieren und verwitweten und geschiedenen Frauen und ihren Kindern ein zu Hause sowie finanzielle und soziale Sicherheit zu geben. Mädchen im überwiegend muslimischen Norden erhalten selten eine volle Schulausbildung, und ohne männlichen Betreuer landen sie oft auf der Straße. Potenzielle Freier wurden in einer Rundfunk-Kampagne eingeladen und vom Hizba Vorstand und Frauenorganisationen geprüft. Das letzte Wort behielt die Braut. Im Ganzen warten etwa 1000 Paare auf die feierliche Zeremonie, die von der lokalen Regierung gesponsert wird. 16.05.2012
Simbabwe: Die Lichter gehen aus
Zu Beginn der kühlen Jahreszeit, wenn der Strombedarf steigt, hat der nationale Versorger täglich mindestens neun Stunden Stromausfall angeordnet. Nur große Krankenhäuser und strategische Einrichtungen sollen ausgenommen werden. Veraltete Maschinen und ständige Pannen verhindern größere Erzeugung, und massive Schulden in Nachbarländern machen es unmöglich, das Defizit durch Importe zu decken. In Wirklichkeit haben große Landesteile längere Zeit totalen Stromausfall. 15.05.2012
Verbindung Süd-Süd weiter intensiviert
Erst nachdem Präsident Lula da Silva in seiner Amtszeit von 2003 bis 2010 die Beziehungen zwischen Brasilien und Afrika zu stärken versuchte, um, wie er sagte, nach Jahrhunderten der Sklaverei dem afrikanischen Kontinent zu helfen, wurden politische, diplomatische und wirtschaftliche Bindungen immer reger, besonders mit Nigeria und den portugiesischsprechenden Ländern Angola und Mosambik.12 Mal ist Lula nach Afrika gereist und hat 31 Länder besucht. Für Brasilien sind afrikanische Länder inzwischen effektive Kooperationspartner. Staatliche und private Konzerne investieren in Afrika und suchen Wechselbeziehungen. Zwischen 2006 und 2011 hat sich das bilaterale Handels-volumen von 13 Mrd. auf 25 Mrd. Dollar erhöht. 14.05.2012
Tapfere Frauen an der Spitze
Nur zwei Regierungschefs auf dem afrikanischen Kontinent sind Frauen: Präsidentin Ellen Johnson Sirleaf in Liberia und Präsidentin Joyce Banda in Malawi. Als sie sich am 29 April in Monrovia trafen, waren sie sich einig, dass sie sich gemeinsam für Afrikas Frauen über ihre Landesgrenzen hinaus einsetzen wollen, obwohl sie genügend eigene Probleme zu bewältigen haben. Durch bessere Schulbildung für Mädchen, Aufklärung über Rechte, adäquate Gesundheitsfürsorge und Mutterschutz wollen sie Frauen ermächtigen, ihr Leben mitzugestalten. Banda hat gleich zu Beginn ihrer Amtszeit acht Frauen Führungsposten im Kabinett gegeben. 11.05.2012
Elektroauto durch Afrika
Um ein Zeichen für den Klimaschutz zu setzen und zu beweisen, dass Elektroautos nicht nur für Städte gedacht sind, will der Franzose Xavier Chevron heute in Kenias Hauptstadt Nairobi aufbrechen und über Tansania, Sambia, Simbabwe und Botswana ins südafrikanische Johannesburg fahren, eine Strecke von 5,000km. Allerdings ist der Kleinlaster mit drei Batterien ausgerüstet, so dass er 500km ohne aufladen zurücklegen kann. Das Projekt wird vom UN-Umweltprogramm unterstützt. 11.05.2012
Niger: Der schlimmste Platz, eine Mutter zu sein
Laut dem jährlichen Index, in dem „Save the Children“ die Bedingungen für Mütter in 165 Ländern vergleicht, steht Niger an letzter Stelle. Faktoren im Ranking sind Gesundheit, Ausbildung, Einkommen und Ernährung. Die Dürreperiode löste eine Ernährungskrise aus. Schwache Mütter bringen gefährdete Kinder zur Welt. Ein Drittel aller Kinder sind unter- oder mangelernährt. Jedes siebte Kind stirbt vor dem fünften Lebensjahr. Eine flächendeckende Aktion zur gesunden Ernährung von Müttern und Kindern ist notwendig, um das Leben zu verbessern, besonders in den ersten 1000 Tagen eines Kindes, angefangen von der Schwangerschaft. Von den fünf schlimmsten Ländern für Mütter sind drei in Afrika, von den fünf besten vier in West Europa. Deutschland steht erst an zwölfter Stelle. 09.05.2012
Kongo - RDC: Flucht vor Gewalt
Im Osten des Landes flüchten Tausende vor den bewaffneten Auseinandersetzungen zwischen Regierungstruppen und mehreren Rebellen-Gruppen. Die meisten der zwei Mio. Binnenflüchtlinge im Kongo sind in Kivu, viele um die Stadt Goma, wo UNHCR-Mitarbeiter sie betreuen und humanitären Zugang zu allen Vertriebenen fordern, um deren Überleben zu sichern. Weitere Tausende haben Schutz im benachbarten Ruanda gesucht. 09.05.2012
Südsudan: Endlich nach Hause
Mindestens 12,000 südsudanesische Flüchtlinge, die in den Kämpfen im Grenzgebiet gefangen waren, sollen jetzt nach Khartum gebracht und dann nach Juba geflogen werden. Das hat die Internationale Organisation für Migration (IOM) beschlossen. Die sudanesische Regierung zeigt sich behilflich in Dokumentation und Frachtbeförderung. Noch sind über 300,000 Südsudanesen im Norden, die ihren Status legalisieren müssen. 08.05.2012
Südafrika: Folter muss geahndet werden
Unter internationalem Recht ist Südafrika verpflichtet, Berichte über Folterungen und andere Gräueltaten im Nachbarland Simbabwe zu unter-suchen und die Täter strafgerichtlich zu verfolgen, sollten sie Südafrika betreten. Das hat das Oberste Gericht in Gauteng heute entschieden. Die Drahtzieher von Verbrechen gegen die Menschlichkeit sollen keine Chance haben. Menschenrechtler und Opfer haben die Entscheidung als „zukunfts-weisend“ begrüßt. 08.05.2012
Malawi: Frau Banda aktiv
Die Staatschefin ist, im Vergleich zu ihren Vorgängern im Amt, mit einer bescheidenen Anrede zufrieden. Die Kirche setzt ihre Hoffnung auf den geschaffenen Neubeginn unter Joyce Banda: keine Korruption und Vetternwirtschaft, sondern gesunde Entwicklung und Gerechtigkeit für alle. Sie hat dem sudanesischen Präsidenten Bashir klar gemacht, dass er bei der AU Vollversammlung im Juli in ihrem Land nicht willkommen sei. Auch hat sie Mutharikas Witwe Callista aus dem Amt entlassen. Um das Vertrauen der Geldgeber zurück zu gewinnen, hat ihre Regierung den Kwacha um 33% entwertet, was ein panisches Einkaufen im Land auslöste, weil man massive Preissteigerung befürchtet. 08.05.2012
Westsahara: Letzte Kolonie Afrikas
Der UNO-Sicherheitsrat hat die Mission MINURSO für Westsahara bis 2013 verlängert und drängt auf sofortige Verbesserung der Menschenrechte und eine Lösung des Problems durch ein Selbstbestimmungs-Referendum. Als nach der Unabhäng-igkeit von Spanien in 1975 Marokko große Teile des Landes völkerrechtswidrig besetzte, flohen viele Saharauis in die algerische Wüste, von wo auch POLISARIO lange kämpfte. Zwischen 1980 und 1987 baute Marokko einen 2,700 km langen Sandwall; er ist der längste Minengürtel der Welt. Am 14. April fanden gleichzeitig in europäischen Hauptstädten und in den Flüchtlingslagern Aktionen statt, um einen Schutzauftrag für die UNO Truppen zu erreichen. 08.05.2012
Burundi: Albino getötet
Ein 15-jähriges Albino Mädchen wurde unweit der Hauptstadt Bujumbura entführt, getötet und zerstückelt, der 18. Fall in knapp vier Jahren. Der Glaube, dass Körperteile von Albinos effektiv für okkultistische Handlungen sind, setzt die Betrof-fenen immer noch der Gefahr aus, ermordet zu wer-den, obwohl es strenge Strafen gibt. 07.05.2012
Mali: „Wüstenperle“ unter Schock
Mitglieder der Splittergruppe von Al Qaida und die Islamistengruppe Ansar Dine haben ein berühmtes Mausoleum in Timbuktu angezündet und drohen mit weiterer Zerstörung. Die zwischen dem 11. Und 12. Jahrhundert von Tuaregs gegründete Stadt Timbuktu ist ein geistiges Zentrum des Islam und wurde ein wohlhabender Knotenpunkt des Karawanen-handels. Die Bewohner und UNESCO sind empört über die Zerstörung des Kulturerbes. 07.05.2012